Aktuelles

Wochenendseminare "Armut: global-lokal-Widerstand"

Überlebensformen lokal

4./5.6.2010 im Mehringhof

Freitag 19 Uhr

Die Hetze gegen Hartz IV-BezieherInnen und aktuelle Entwicklungen- Vortrag von Anne Seeck

Im Zeitraum rund um die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes zu den Hartz IV-Regelsätzen verging kein Tag, an dem nicht gegen Hartz IV-BezieherInnen Hetze betrieben wurde. FDP-Chef Westerwelle tat sich dabei besonders hervor. Für ihn hat die ganze Debatte “sozialistische Züge”. Er sagte: "Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein." (Die Welt vom 11.02.2010). Westerwelle versuchte sich dabei zum Anwalt der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit kleinen und mittleren Einkommen zu machen. Von den Hartz IV-Empfängern verlangt er Gegenleistungen, wer nicht mitmacht, dem sollten die Leistungen gekürzt werden. In dem Vortrag soll auf aktuelle Entwicklungen in Bezug auf Hartz IV und die begleitende Hetze gegen die Betroffenen eingegangen werden.

“Sind Erwerbslose, Working Poor und andere Prekarisierte zur Selbstorganisation willens und fähig?“ Vortrag von Wolfgang Ratzel

Der Vortrag schöpft aus der Vielfalt eigener Erfahrungen mit einer Selbsthilfeperspektive, die systemüberwindenden politischen Widerstand mit wirtschaftlicher Selbsthilfe verbinden will.

Im einzelnen geht es um Erfahrungen mit der “Selbsthilfeinitiative der Geringverdienenden und Erwerbslosen im Crelle-Kiez (Berlin-Schöneberg)“; dem “Selbsthilfeverein der Geringverdienenden und Erwerbslosen in Pankow e.V.“; dem “Projekt KiezVerantwortung“ und dem “Treffpunkt Pankow-Precaristi“. Dabei werden die konkreten Probleme und Möglichkeiten dargestellt, auf die eine Selbsthilfe- und Selbstorganisationsstrategie zwangsläufig trifft: Positive und negative Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit Bezirksämtern, den JobCentern und den Trägern von Gemeinwohlarbeit. Vor allem aber geht es darum, warum und woran Selbstorganisationsprojekte immer wieder scheitern? Gibt es trotz alledem eine Perspektive Selbstorganisation des prekären Lebens?

Samstag

11.30-13 Uhr

Deutschland Dritter Klasse- Leben in der Unterschicht

Wir wollen aus dem gleichnamigen Buch den Alltag von Hartz IV-BezieherInnen, Ein-Euro- Jobbern, NiedriglöhnerInnen und Leiharbeitern, Kinder in Förder- und Hauptschulen sowie im Jugendarrest vorstellen. Ein Buch über die soziale Schieflage in Deutschland.

13-14 Uhr Mittagesessen

14-15.30 Uhr

Der Tag einer Ein-Euro-Jobberin und einer Vermaßnahmten

Hier wollen wir zunächst eine Ein-Euro-Jobberin zu Worte kommen lassen. Sie wird uns über ihren Arbeitsalltag berichten und ihr prekäres Leben.

Anschließend wird der absurde Alltag in einer Maßnahme beschrieben.

16-17.30 Uhr Aus dem Leben des Herr W.

Wolfgang Ratzel wird die ironisch-selbstironischen Beschreibungen seiner Verwicklungen in die kafkaeske Grundsicherungsbürokratie vorstellen und dazu noch sein Tagebuch, in dem er dokumentiert, wie ihn die “Große Krise“ nicht traf, sondern sogar bis zum heutigen Tage monetär besser stellt. Weil nämlich erst einmal krisenbedingte Deflation angesagt war, die sich in elf Preissenkungswellen für Nahrungsmittel äußerte und manch einen Euro in Herrn W’s. Geldbeutel verharren ließ. Wie soll man gegen Krisenfolgen rebellieren, die man nicht spürt? Darüber hinaus werde ich die Anwesenden ermuntern, selbst zur Feder zu greifen, u.a. auch deshalb, um auf diese Weise mit seiner eigenen randständigen Lebenssituation fertig zu werden: sozusagen Schreiben als Überlebensstrategie!

Anschließend: Input von Anette Heselhaus: Spiegelzitat(40/2003.21):"Der wahre Treibsatz für die Sozialhilfeetats steckt in den Ausgaben für Schwerstbehinderte." Gegen diese Behauptung können sich die Betroffenen nicht nur mangels Sprache schwer wehren, sondern auch weil sie für jeden lebenspraktischen Schritt ( Nahrung, Hygiene, Bewegung) Assistenz benötigen; darin bleibt wenig Zeit übrig, gesellschaftliche Barrieren wegzuräumen. In der Debatte um mehr Eigenverantwortung tauchen diese Menschen und andere nicht zu Normalisierende fast gar nicht auf, Kostenfaktoren können bei Ihnen nicht verringert werden. Diese Ausgeschlossenen werde ich künftig komplex behinderte Menschen nennen. Darstellen möchte ich die Unterschiedlichkeit dieser Menschen und nach Gründen suchen, warun sie aus Sozialdebatten herausfallen. Meine Überlegungen basieren auf Theorie und persönlicher Praxiserfahrung.

18-19 Uhr Abschlußdiskussion

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3. Seminar: Widerstandsformen

11./13.6.2010 im Mehringhof, Gneisenaustr.2a

In diesem Seminar werden VertreterInnen aus Erwerbsloseninitiativen und dem Sozialprotestspektrum eingeladen, um ihre Erfahrungen einzubringen, wie Selbstorganisation und Widerstand von Erwerbslosen aussieht bzw. aussehen könnte. Wie erreichen wir eine Vernetzung der Initiativen und bessere Mobilisierung der Betroffenen?

Freitag, d. 11.6. um 19 Uhr

"Erwerbslosenprotest- Rückblick und Ausblick"
Podiumsdiskussion mit Guido Grüner (Arbeitslosenselbsthilfe Oldenburg), Peter Nowak (Autor des Buches "Zahltag"), Anne Allex (AK Marginalisierte), Paul Decruppe (AK Arbeitslosigkeit der IG Metall), Vertretern von FelS und der AG Soziales des Berliner Sozialforums u.a.

 

Sonntag, d. 13.6. !!!!(Am 12.6. ist die Krisendemo um 12 Uhr am Alexanderplatz)

11.30- 13 Uhr

"Mieterhöhungen, Zwangsumzüge und Verdrängung von Erwerbslosen"
Input von der "Kampagne gegen Zwangsumzüge"

14-15.30 Uhr

"Hilfe beim Ämterstress- Solidarisches Begleiten zum Jobcenter"
Input von der Initiative "Keiner muss allein zum Amt"

16 –17.30 Uhr

Weitere Aktivitäten in Berlin

Input Angelika Wernick  „Berliner Kampagne gegen Hartz IV“

Input von der Initiative für ein selbstorganisiertes Erwerbslosenzentrum in Berlin 
17.45- 19 Uhr Die Abschlussdiskussion: Der Ausblick

Unterstützt von der Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt, Netzwerk Selbsthilfe, Veranstalter: Teilhabe e.V. , Kontakt: anne.snk44@yahoo.de

 

Bericht vom 1. Seminar "Überlebenskampf global"

Trend Mai 2010

Kampf gegen «Ballastexistenzen». Ein Vergleich mit dem Ende der Weimarer Republik

SoZ April 2010

Der „Sturm“ der Karlsruher Richter

Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu Hartz IV lässt Illusionen platzen


Direkte Aktion März/April 2010